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Landesverbundprojekt

(Forschung und Entwicklung – Große Richtlinie)

„Entwicklung eines Herstellungsverfahrens zur Produktion von beständigen, bioziden selbstdesinfizierenden Oberflächen (BSO) für den Einsatz in Krankenhäusern, Kosmetik-, Lebensmittelindustrie und Katastrophenschutz“

Hintergründe
Globalisierung, weltweiter Tourismus und erhöhte Migration stellen die wachsende Weltbevölkerung auch vor das Problem schneller Ausbreitung von Krankheitserregern.
Dies gilt für die menschliche Gesundheit aber auch im gleichen Maße für die Verbreitung von Tierseuchen, die durch die Intensivierung der Landwirtschaft zunehmende Schadenspotenziale aufweisen.

Beim Kampf gegen Seuchen, speziell bei einer Epidemie (z. B. bei Schweinegrippe, Vogelgrippe, BSE, HIV, Lungeninfektionen mit Pilzen (Aspergillus), etc.), sind präventive Maßnahmen unerlässlich und durch ihre häufige Anwendung müssen diese selbst nebenwirkungsfrei und umweltverträglich sein (Nachhaltigkeit der Maßnahmen). Daher ist die funktionelle Kopplung von biologisch abbaubaren Agenzien an beschichtete Oberflächen von besonderem Interesse.

Die Organismen haben in der Natur zur Erhaltung der Integrität der Organismen Schutzmaßnahmen hervorgebracht, die diese vor dem Befall durch Mikroorganismen, Viren und Pilzen schützen. Solche Substanzen werden in der Regel sezerniert. Es handelt sich um eine Klasse von kleinen Proteinen oder Peptiden, welche die jeweiligen Schädlinge durch Zerstörung ihrer Membran abwehren. Es sind bereits mehrere hundert Peptide bekannt, die gegen verschiedene Mikroorganismen agieren bzw. eine bakteriostatischen oder bioziden Effekt haben (antimikrobiell). Solche Substanzen können als Basis für gezielte Schutzmaßnahmen eingesetzt werden.

Ziele
Zielsetzung des vorliegenden Projekts ist die Entwicklung eines kostengünstigen Herstellungsverfahrens von beständigen bioziden selbstdesinfizierenden Oberflächen, insbesondere Textilien, für den Einsatz in der Krankenhaushygiene, bei der Imprägnierung von Klimaanlagen-Filtern oder Taschentüchern etc. Diese Entwicklung einer „Oberflächenkopplung“ konzentriert sich auf den Aspekt der funktionellen Kopplung von antimikrobiellen Peptiden und Proteinen an die feste Phase (wie z. B. Textilien, Filter in Klimaanlagen).
Durch die enge Kooperation zwischen dem Fraunhofer Institut für Biomedizinische Technik (IBMT), der ILBC GmbH und der InVivo GmbH sollen unterschiedliche Oberflächenbeschichtungen entwickelt, auf ihre antimikrobielle Wirksamkeit getestet, selektiert, bei Bedarf modifiziert und somit fortschreitend optimiert werden.

Teilprojekt IBMT:
Thema: Kopplung von ausgewählten antimikrobiellen Peptiden und Proteinen an Oberflächen und Textilien (Oberflächenkopplung)

Teilprojekt ILBC GmbH:
Thema: Genexpression und Produktion von geeigneten antimikrobiellen Peptiden für die funktionelle Kopplung an beschichtete Oberflächen

Teilprojekt InVivo GmbH:
Thema: Upscaling und Produktion von funktionellen antimikrobiellen Peptiden/Proteinen im präparativen Maßstab